Auto-Importeur muss Garage wie Markenwerkstatt beliefern

11. März 2019 agvs-upsa.ch - Vor zwei Jahren kündigte ein Schweizer Importeur einer Traditionsgarage in der Zentralschweiz die Markenvertretungen. Nun hat das Kantonsgericht Luzern entschieden, dass der Importeur den Garagisten weiter wie eine Vertragswerkstatt beliefern muss.
 
Worum geht es? Vor zwei Jahren hat ein Schweizer Importeur einer Traditions-Garage die Markenvertretungen per Ende Februar 2019 gekündigt. Ziel war die Restrukturierung des Vertreternetzes. Nachdem die Verhandlungen über eine Weiterführung der Zusammenarbeit erfolglos verliefen, klagte die Garage auf Abschluss von Aftersales-Verträgen. Zwei Tage nach Eingang des Gesuchts verpflichtete das Kantonsgericht Luzern den Generalimporteur, den Kläger bis auf Weiteres wie eine Vertragswerkstatt zu beliefern.
 
Was heisst das für den Garagist? Gemäss dem Entscheid hat der Garagist Anspruch auf Zugang zum IT-System, Belieferung mit Originalersatzteilen und Vergütung von Gratis-Service durch den Generalimporteur. Zudem sind die Kunden des Garagisten geschützt, denn das Gericht verbot dem Generalimporteur auch, Kundendaten des Klägers an eine Garage des Importeurs weiterzugeben.
 
Wie geht es weiter? Neben verschiedenen Gerichtsverfahren in der ganzen Schweiz zum Abschluss von Aftersales-Verträgen laufen auch politische Bestrebungen, um den Händlerschutz zu verbessern. Bereits 2018 hat der CVP-Präsident Gerhard Pfister eine Motion eingereicht, um die Durchsetzbarkeit von kartellrechtlichen Ansprüche von Garagisten zu erleichtern. Die Motion wird vom AGVS unterstützt.

Patrick Krauskopf, ZHAW
 
 
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Kommentare


Deev 12. März 2019 - 11:11
Endlich ein Richter der das tut, wofür der seinen Lohn kassiert und nicht immer vor den Grossen und Mächtigen kuscht! Hoffentlich getraut er sich diese Linie gegen den Importeur durchzuziehen. Dem Garagisten ein grosses Kompliment, dass er sich im Namen vieler zu wehren traut. Mit jeder "ausgelöschten" Klein-Garage gehen Arbeitsplätze und ein grosses Know-how verloren. Der Kunde wird in die Hände der Grossen getrieben, wo er einer unter vielen anderen ist. Das persönliche geht meist verloren. Leider wird von den Herstellern viel zu viel für die Kundenzufriedenheit getan, ohne dabei Rücksicht zu nehmen, was der Kunde wirklich braucht und will. Ich glaube, es geht bei den Herstellern vergessen, wer wirklich der Kunde ist (nicht das eigene Management!).